11.09.15

Leerstände melden – Unterkünfte für Geflüchtete schaffen!

Tausende Menschen flüchten jeden Monat nach Deutschland. Die meisten müssen in Massenunterkünften oder sogar Zelten hausen, während gleichzeitig Millionen von Quadratmetern Fläche leer stehen. Nun steht der Winter vor der Tür, und viele Leerstände eigenen sich als Unterkünfte, wenn sie dafür hergerichtet werden. Wir von Leerstandsmelder.de rufen daher dazu auf, Leerstände zu dokumentieren, um deren Umnutzung zu Unterkünften für Geflüchtete voranzutreiben.

Auf Leerstandsmelder.de kann man seit Ende 2010 Leerstände eintragen, inzwischen in über 30 Städten und Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 4.000 registrierte User haben bereits über 5.000 Leerstände auf der ehrenamtlich betriebenen Plattform gemeldet.

Angesichts der steigenden Anzahl flüchtender Menschen ist es höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel: Leerstände müssen zu Flüchtlingsunterkünften werden. Wir fordern daher:

⁃ Leerstehende städtische Immobilien unbürokratisch für Zwischennutzungen freizumachen ⁃ Leerstände zu besteuern, so wie es bereits in Paris eingeführt wurde
⁃ Systematische Vermittlung von Leerständen zu fördern
⁃ Spekulationen mit Leerstand zu verbieten
⁃ Leerstands-Besetzungen zu zulassen, so wie es einst in Amsterdam, Zürich und in London und New York gesetzlich verankert war
⁃ „Wohnraumschutzklauseln“ konsequent anzuwenden, die es beispielsweise in Hamburg untersagen, Wohnraum für mehr als ein Vierteljahr leer stehen zu lassen.

Es gibt kein Unterbringungsproblem – es gibt ein Leerstandsproblem! Meldet Leerstände!


Kommentare

von DerBesiedler am 10.10.15 11:04

In Anbetracht des nahenden WInters wäre wohl zuallererst einmal Gewerbeobjekte, insbesondere leerstehende Bürogebäude von Interesse.

Privatwohnungen/-häuser zu Flüchtlingsunterkünften umzuwandeln dürfte wohl einige rechtliche Probleme - Stichwort Zwangsenteignung - mit sich bringen.

Was Schäden und Komplettsanierung von Objekten angeht: Beidem wird durch jahrelange Nichtnutzung und entsprechender Verwahrlosung, ggf. zzgl Schäden durch Vandalismus auch Vorschub geleistet. Vergleichsweise größere Schäden durch Unterbringung von Flüchtlingen vermag ich per se nicht zu erkennen. Dies als Gegenargument zu bringen ist im Grunde eine Unterstellung. Zudem werden entsprechende Nutzungen auf Zeit z.B. in Hamburg oder Bremen von den jeweiligen Kommunen vergütet i. Ggs. zu unbezahlten Leerständen.

von MlKE am 02.10.15 09:03

Zitat: "Leerstände müssen zu Flüchtlingsunterkünften werden."

Wenn wir uns jetzt mal von sowieso leerstehenden und unvermietbaren Gewerbeobjekten lösen, und uns (auf dieser Seite ja auch auffindbaren) Privatwohnungen zuwenden: Wer soll nach Ansicht der Befürworter hier eigentlich nach Auszug für Schäden am Objekt aufkommen?

Denn ich sehe dann in vielen Fällen eine Komplettsanierung anstehen.