DIE STADT GEHÖRT ALLEN! KUNDGEBUNG AM 12.01.2012 IN HAMBURG
erstellt am Mittwoch, 04. Januar 2012, 18:56 Uhr
DIE STADT GEHÖRT ALLEN!
KUNDGEBUNG AM 12.01.2012 18:00
MÖNCKEBRUNNEN, HAMBURG
Wir treten an, um der neoliberalen Stadtpolitik eine Alternative entgegen
zu setzen. Wir wollen gemeinsam mit anderen Menschen Mittel und Wege des Widerstandes
gegen den Ausverkauf unserer Stadt finden.
Zomia kommt wieder - selbstbestimmte Wohn- und Lebensräume aneignen
Unsere Wohnung ist der Bauwagen! Wir brauchen eine Fläche, zum Leben! Zur
Erinnerung: Knapp ein Jahr lang wohnten und kämpften wir um die Fläche am
Hornartsdeicher Weg in Wilhelmsburg. Wir sind auf den Holstenkamp
umgezogen. Warum? Um uns eine Infrastruktur und eine Plattform für den
Kampf um eine Alternative zu erhalten. Am 13.11. expandierten wir kurz
nach Altona.
Der Bezirk Altona hieß den Wagenplatz Zomia in den Medien herzlich
willkommen. Nach unzähligen Verhandlungen zeigt sich leider, dass bis zur
von Zomia gesetzten Frist am 15.01 keine langfristige Lösung auftauchen
wird. Im Kampf um den sechsten Wagenplatz beginnt im Januar eine neue
heiße Phase.
In Hamburg geht es seit Jahren um mehr als den Gesichtsverlust einzelner
Politikerinnen. Es geht um verfehlte Stadtpolitik, die Vertreibung Zomias
ist nur ein Symptom von vielen. Aus diesem Blickwinkel ist es fast
beliebig, ob es um die Sexarbeiterinnen in St. Georg, die Wohnungslosen
in St. Pauli, die Privatisierung des Bahnhofsvorplatzes oder den Abriss
der Essohäuser geht. Derzeit brodelt es wieder an vielen städtischen
Konfliktfeldern - mit Zomia soll eines beseitigt werden. Die systematische
Vertreibung von Menschen aus ihren Stadtteilen läuft weiter, während sich
der SPD-Senat in blumigen Versprechungen erschöpft und den Kopf im Sand
vergräbt, wenn es ernst wird.
Leerstand zu Wohnraum - Wohnraum vergesellschaften
Seit Jahren werden Menschen immer prekäreren Lebensbedingungen ausgesetzt.
Die Bedrohung fängt bei Wohnraum und Arbeitsplatz an und endet bei
Freitzeitgestaltung und Lebensmittelausgaben. Durch die Prekarisierung von
Wohnungs- und Arbeitsplatz werden immer mehr Existenzen kaputt gemacht.
Die Vertreibung von Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen aus den
zentralen Stadtteilen wird von der Politik vorangetrieben. Der Wohnungsbau
stagniert, es fehlen ca. 60.000 Wohnungen in Hamburg. Trotz
offensichtlicher Wohnungsnot stehen 1,4 Millionen Büroquadratmeter
unvermietet leer. Die Mieten im Bestand des städtischen
Wohnungsunternehmens SAGA-GWG werden ständig erhöht. Diese Fakten sind im
Rathaus längst bekannt - doch Wissen heißt in der Politik nicht handeln.
In dieser Auseinandersetzung geht es um mehr als das alternative Wohnen
auf einem Wagenplatz: Es geht hier um unser Recht auf Stadt!
- Wir wollen Alternativen.
- Wir wollen von der Politik nicht hin und her geschoben werden.
- Wir wollen keine Vertreibung!
- Es geht auch anders!
Mietenwahnsinn stoppen - Stadt selber machen
Die Stadt gehört allen. Seitens der Politik wird uns vorgegaukelt, dass
sich „um das Wohnungsproblem gekümmert wird“. Tatsächlich wird aber munter
weiter Politik für Menschen mit dicker Tasche gemacht. Es reicht nicht
Forderungen zu formulieren und zu warten. Wir vertreten unsere Interessen
selbst und entwickeln eine Gesellschaft, die ihre eigenen Vorstellungen
vom Wohnen und Leben durchsetzt.
Das Recht auf Stadt nehmen wir uns. In Form von Wagenplätzen wie Zomia,
Altstadtquartieren, dem Gängeviertel oder selbstverwalteten Zentren wie
der Flora und dem AZ Altona. Wir kämpfen für eine Stadt nach unseren
Vorstellungen. Wir kämpfen für Lebensraum unabhängig von Alter,
Nationalität, Aussehen, Geschlecht oder der Größe des Geldbeutels.
Recht auf Platz! – Aktionsbündnis von Initiativen aus dem Netzwerk Recht
auf Stadt

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